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De Gaulle und Adenauer, 1963

Fünfzig Jahre deutsch-französischer Vertrag: ein Fest der Leere?

von Jacques Sapir

Die Gedenkfeier zu den 50 Jahren des Elysées-Vertrages gaben zu vielen Hyperbelen über die "Französisch-Deutsche Freundschaft" Anlass, warfen aber auch viele Fragen auf. Rechts und Links hat es gedämmert, daß eine gewisse Epoche vorüber ist. Wirkt eine Nostalgiewelle fördernd auf die Umfragewerte, kann sie dennoch eine richtige Politik nicht ersetzen.

Es bleibt unbestreitbar daß in dem historischen Kontext, in dem er unterzeichnet wurde, dieser Vertrag von riesiger Bedeutung war .../...
(meine Uebersetzung)

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Jacques Sapir: Russian Diplomacy between Asia and the Euro

27 October 2012

The discussions which took place in Moscow on October 24 and 25 in the frame of the "Valdai Club" and which the author attended allowed to clarify a certain number of issues concerning Russian diplomacy. Not the least of these, stated by M. Andrei Pushkov (President of the Foreign Affairs Commission at the Duma) as well as by M. Serguei Ivanov (former Minister of Defense and presently head of the Presidential Administration) was that Russia would from now on be stressing what we call "soft power." Indeed, both of them declared that the elements of military power, if they remained important in localized crises, had lost some of their significance to the benefit of elements of economic power, but also of political and cultural influence. This confirms an important evolution in Russian diplomacy. It implies the development of an "economic diplomacy," the goal of which is not merely to reinforce the positions of Russia, but which will also allow it to establish important relationships in the economic as well as in the political domain. This goes way beyond what has been called in recent years "the diplomacy of oil and gas".

As matters stand, this economic diplomacy of Russia is presently undergoing important changes. It is not wrong to consider that it is oscillating between attraction towards Asia, and more specifically towards the Asia-Pacific zone, and disappointment in regard to Europe, as concretized in President Putin's severe assessment of the Euro crisis. It is important, from the standpoint of European countries such as France, to be aware of these, if they don't want to find themselves relegated within a few years into a position of little importance.
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Jacques Sapir: Griechenland - hässliche europäische Politik

Die Spannung steigt in Griechenland. Die Aussage von Lucas Papademos, dem scheidenden Ministerpräsidenten, über einen möglichen Ausstieg aus dem Euro hat einen schon seit Tagen klaren Trend lediglig bestätigt.

Griechenland benötigt dringend eine Neuverhandlung des "Memorandums," um die Bedingungen zu lockern und die Fristen zu verlängern. Das Land kann die ihm aufgesetzten Verpflichtungen nicht erfüllen, das ist offensichtlich, und man müsste es wohl wissen...

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Tony Judt: éditorial du 22 avril 2007

En fouillant dans mes papiers, je suis tombée sur cet éditorial du New York Times du 22 avril 2007, une sorte d'article nécrologique sur la présidence de Jacques Chirac que j'avais traduit à l'époque pour mes amis. Il est signé par l'historien anglo-américain Tony Judt (1948-2010), auteur du monumental Après-Guerre: Histoire de l'Europe depuis 1945 (Librairie Armand Colin), homme de gauche et de conscience s'il en fut, et que nous saluons bien bas! il m'a semblé opportun de publier cette traduction qui nous permet d'évaluer comment nous étions perçus alors, ainsi que les dégâts subis depuis...

La France regarde vers l'avenir, et il n'a pas bonne mine

Emmanuel Todd: Frankreich ist nicht Deutschland - dies hervorzuheben ist nicht Germanophobie

Interview in der Zeitschrift "Marianne," 13. Dezember 2011

(übersetzt von Anne-Marie de Grazia)

(.../...) Aber Sarkozy hat doch in Toulon vom deutschen Trauma gesprochen, der mit der Hyperinflation der Zwanzigerjahre verbunden sein soll.
Aber gerade das ist doch interessant! Man spricht von einem psychischen Trauma. Die einzige deutsche Besonderheit, die wir im Stande sind, aufzugreifen, ist pathologischer Art! Die, die Germanophobie bekämpfen sollten, scheinen von einer Wahrnehmung gelähmt zu sein, Deutschland sei ein Schwerkranker, den man nicht aufrütteln darf, vor Angst einen noch schlimmeren Ausrutscher auszulösen... Nicolas Sarkozy und die, die denken wie er, daß man Deutschland schonen muss, sind in der zwielichtigen Geschichte Europas gefangen geblieben. Sie sind nicht im Stande, einzusehen, daß es sich um ein normales Land handelt, das aber eben anders ist, mit seinen Trümpfen und Nachteilen, ein Land welches die - übrigens französische - Entwerfer der Einzelwährung versehentlich in eine dominierende Lage gezwungen haben, in der es sich nicht unbedingt befinden wollte. Deutschland profitiert von dieser Lage weil niemand es wagt, dagegen etwas zu sagen. Befreit man sich von der Deutschlandneurose der französischen politisch-wirtschaftlichen Eliten, gelangt man in eine normale Weltanalyse zurück: da walten ökonomische und strategische Machtbeziehungen, wo wir eine spezifische deutsche Strategie sich entfalten sehen, die ohne Rücksicht auf die europäischen Partner elaboriert wird.
Zum Beispiel: ohne jede vorherige Abstimmung, wenn doch diese Frage ein ganzes Kontinent betrifft, entscheidet sich Deutschland, auf die Atomenergie zu verzichten. Diese Politik setzt ein strategisches Verständnis mit Russland voraus das niemand, vor allem nicht die Grünen, in der öffentlichen Debate erwähnt.
Es gibt eine regelrechte französische Neurose, was Deutschland betrifft, eine Unfähigkeit, Deutschland ins Auge zu fassen, die es untersagt gewahr zu werden, in wie weit Deutschland eine einzigartige Strategie entwickelt, die von jeglicher Idee einer europäischen Solidarität entfernt ist.
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